Organspende

Neue Ideen sind gefragt

Die bisherigen Erfahrungen mit unserem derzeitigen Organspende-Gesetz haben deutlich gezeigt, dass die Spende Bereitschaft bei Weitem nicht ausreicht, den Organbedarf in unserem Lande nur annähernd zu decken.
Dieser Zustand wird sich auch ganz sicher nicht durch das neue, vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Organspende ändern.
Der weichgespülte, bereits verabschiedete Gesetzesentwurf sieht vor, alle Bürger direkter anzusprechen.

Wer ab 16 Jahren einen Personalausweis beantragt, ihn nach zehn Jahren verlängert oder sich einen Pass besorgt, soll auf dem Amt Info-Material bekommen. Beim Abholen soll man sich auch schon direkt vor Ort in ein neues Online-Register eintragen können – mit Ja oder Nein, Änderungen jederzeit möglich.
Auch die Hausärzte sollen künftig eine größere Rolle bei der Suche nach freiwilligen Organspendern spielen. Sie sollen Patienten bei Bedarf alle zwei Jahre über Organspenden informieren und zum Eintragen ins Register ermuntern.

Hintergedanke bei dieser Form der Organ-Werbung ist meiner Meinung nach die Hoffnung, dass labile Menschen vor dem Gemeindeamt oder dem Hausarzt nicht zugeben möchten, keine Organe spenden zu wollen.  Allerdings wird diesen Personen ja gesetzlich zugesichert, ihre Spontanentscheidung jederzeit wieder zu revidieren.
Was also soll mit dieser Neuregelung gewonnen werden?

Unsere Politiker haben wieder einmal so lange diskutiert, bis sie einen Weg gefunden hatten, keiner Wählergruppe auf die Füße zu treten.
Warum ist kein Volksvertreter bereit, einmal gegen den Strom zu schwimmen und neue Wege einzuschlagen?

Es müsste doch möglich sein, den Menschen klipp und klar zu erklären, dass sie im eigenen Ernstfall nur dann ein Austauschorgan bekommen können, wenn sie sich bereits vorher selbst als Organspender gemeldet haben. Diese Aussage wird vielen Menschen nicht gefallen. Man sollte aber bedenken, dass bei der derzeitigen Situation -geringe Spendenbereitschaft, riesiger Bedarf an Organen-, ein solcher Schritt unbedingt erforderlich sein wird. Allerdings wird sich kein Politiker an diesem heißen Eisen die Finger verbrennen wollen.

Der Grundsatz der Zukunft müsste lauten:
Wer etwas zu seiner Lebensrettung von einem anderen erwartet, mss auch bereit sein, selbst etwas von sich den anderen zu geben!
Niemand kann im Lotto gewinnen, ohne vorher gespielt zu haben!

Unter diesen gesetzlichen Voraussetzungen würde die Bereitschaft zur freiwilligen Organspende sicherlich sprunghaft ansteigen, weil kaum einer im Bedarfsfall auf ein lebenspendendes Organ verzichten möchte.

Deine Organe werden im Himmel nicht mehr benötigt,
auf der Erde werden sie dringend gebraucht!

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