Muß das sein?

Wo zum Kuckuck bleibt der Kuckuck?

In meiner Kindheit war es eine Selbstverständlichkeit, dass der Beginn des Frühlings vom unverkennbaren Ruf des Kuckucks, begleitet von lebhaftem Vogelgezwitscher anderer Zugvögel, angekündigt wurde.
Wer hört heute noch diesen Vogel seinen eigenen Namen rufen?
Die heutige Generation kennt den Begriff Kuckuck nur noch im Zusammenhang mit einem Gerichtsvollzieher.

Was ist aus dem herrlichen Kibitz geworden, der mich in jedem Jahr mit seinen wunderbaren, tolpatschigen Flugkünsten begeistert hat. Selbst bei noch schneebedeckter Landschaft und in Erwartung des nahenden Frühlings, sind regelmäßig ganze Schwärme in die brachliegenden Felder eingefallen. Heute entdeckt man mit sehr viel Glück ein vereinzeltes Pärchen taumelnd über eine Wiese fliegen, wo es gottlob noch eines der seltenen Plätzchen für seine Brut gefunden hat.

Was haben wir mit unseren Bienen gemacht, die über Generationen Garanten für eine artenreiche und auskömmliche Obst-und Honigernte waren? Warum haben wir in kürzester Zeit 2/3 aller Fluginsekten vernichtet, die unserer Vogelwelt als Nahrung dienen?
Was die Evolution in Jahrmillionen geschaffen hat, vernichtet der Mensch innerhalb weniger Jahre.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass uns in ein paar Jahren die noch verbliebenen, restlichen Vögel nur lästig sein werden. Dann nämlich benötigen wir den niedrigen Luftraum als Verkehrswege für unsere Amazon-Drohnen. Vögel bilden dann nur ein Absturzrisiko, sie müssen unbedingt aus dem Verkehr gezogen werden und sind dann nur noch in öffentlichen Volieren zu besichtigen.
Für nostalgische Mitmenschen könnten die fliegenden Drohnen mit unterschiedlichem Vogelgezwitscher programmiert werden.
Der Homo sapiens ist die grösste Umweltkatastrophe für unseren Planeten!

Auf der ganzen Welt verhungern die Menschen millionenfach, obwohl das ganz sicher verhindert werden könnte. Statt dessen vernichten wir in Europa unsere überschüssigen Lebensmittel, nur um die Marktpreise stabil zu halten und die angeblich hohen Transportkosten in die am schlimmsten betroffenen Regionen zu vermeiden. Zum kotzen!

Die in Deutschland landwirtschaftlich genutzten Flächen bieten vielfach einen erbärmlichen Anblick. Aus früher blühenden Feldern mit den unterschiedlichsten Getreide- und Gemüsearten, sind heute riesige, mehr als zwei Meter hohe Maiswälder geworden.
Wer jetzt glaubt, dass dieser Anbau für die Ernährung von Mensch und Tier vorgesehen ist, der muß enttäuscht werden. Etwa 80% des gesamten Maisanbaus ist aus Gründen der Ertragssteigerung für die Fütterung von Biogasanlagen vorgesehen. Der Rest der Ernte verschwindet in der Massentierhaltung.
Für diesen gern gesehenen Profit wird alles das aufgegeben, was unsere Landwirtschaft einst ausgezeichnet hat, nämlich Ernährungssicherheit für die Bevölkerung.

Zum Ausgleich für unsere Misswirtschaft verwöhnen wir unsere tierischen Mitbewohner aufs feinste.
Zuerst nehmen wir ihnen ihren Lebensraum und knallen alles ab, was sich unseren Vorgaben widersetzt.
Was unsere Fungizide und Pestizide in der Vogelwelt allein nicht schaffen.
erreichen wir mit anderen Mitteln.
Die Zugvögel werden auf ihren Flugrouten von riesigen Rotorblättern gehäkselt, Wale verlieren durch die Verschmutzung der Meere, durch Ölbohranlagen und Windkraftfelder ihre Orientierung und verrecken elendig am Meeresufer.
Wir schaffen es mit deutscher Gründlichkeit unsere Umwelt zu verschandeln oder gar zu vernichten.

Vollkommen ungeschoren kommt eine ganz besonders widerstandsfähige Vogelsippe, trotz aller negativen Umwelteinflüsse, davon.
Sie haben ihr Nest mitten in Berlin errichtet und werden regelmäßig von der gesamten Bevölkerung gefüttert.
Hier sitzt der grüne Dieselhopper gemeinsam mit dem ebenfalls grünen Erdoganschnäpper unmittelbar neben dem Riesentukan mit dem weißen Lätzchen, dem schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel, den er gerne weit und laut schreiend, aufreißt.
Am gegenüber liegenden Nestrand beäugen  der schwarze Rundkopfpeter und der südliche Großmaulhorsti ängstlich ihre Mitbewohner.
Gemeinsam wollen sie einen Weg finden, weiterhin ungeschoren zu bleiben.
Erstaunlicherweise ist die Population dieser Spezies vollkommen ungefährdet. Spätestens alle vier Jahre vermehren sie sich mit- und untereinander in erheblicher Zahl.
Derzeit ist die Kopulationsvorbereitung wieder in vollem Gange. In nicht allzu ferner Zukunft wird der Zeugungsakt einer neuen Schwarz-Gelb-Grünen Rasse unter der Bezeichnung „Jameika“ vollzogen sein.

In diesem Fall wird der völlig überzogene Mais Anbau durch den Anbau von Zuckerrohr ersetzt.

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

 

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