Mindestlöhner

Lobgesang!

Liebe Genossin Andrea N.
Bevor Sie als ehemaliger Schutzengel der Arbeitslosen und Geringverdiener und derzeitige Anführerin der Ätschi Bätschi Bundestagsfraktion, auch noch den viel geliebten Thron Ihrer Partei besteigen dürfen, hier noch ein paar Worte zu Ihrem bisherigen, segensreichen Treiben.

Es ist Ihnen und Ihrem Team zugegebenermaßen das Jahrhundertwerk gelungen, in Deutschland gegen zahlreiche Widerstände einen flächendeckenden Mindestlohn von € 8,50, derzeit von € 8,84 durchzusetzen.  Diese Aktion hat sicherlich den Mitarbeitern einiger weniger Branchen große Freude bereitet, weil sich ihr bisher mickriger Lohn in einen nunmehr weniger mickrigen Lohn verändert hat. Bei einer 38 Stundenwoche kann somit immerhin ein Bruttolohn von ca. € 1.455,00 erreicht werden. Diese Summe entspricht schon fast der Vergütung, die einem Minister vom deutschen Steuerzahler für drei Arbeitstage zur Verfügung stellt wird. Da lacht das Herz eines jeden Geringverdieners.

Dann haben wir da noch die ca. 7,5 Mill. Minijobber, die auch vom Mindestlohn beglückt werden möchten und eigentlich etwas mehr in der Tasche haben wollen.
Leider kommt gerade bei dieser Gruppe das hochgelobte Produkt leicht ins stolpern.
Bei einem Stundenlohn von ehemals € 7,00 durfte Frau Müller 64 Stunden im Monat arbeiten, ohne ihre sozialversicherungsfreie Tätigkeit zu überschreiten. Damit blieb sie im Rahmen der Verdienstgrenze von € 450,00.
Da diese Höchstgrenze unverändert geblieben ist, darf sie beim jetzigen Mindestlohn nur noch knapp 51 Stunden arbeiten. Dies bedeutet, dass Frau Müller zwar 13 Stunden weniger arbeiten muß, aber keinen Cent mehr in ihrer Geldbörse hat. Das war doch so sicher nicht gewollt? Frau Müller und mit ihr viele Tausend der Kollegen und Kolleginnen wollten nicht weniger arbeiten, sondern mehr verdienen! Haben Sie das bei Ihrem grossen Wurf bedacht?

Fazit: Dieser großen Zahl von Arbeitnehmern hilft eine Anhebung des Mindestlohns nur dann etwas, wenn auch gleichzeitig die Verdienstgrenze
für eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung entsprechend angehoben wird. Sie werden diesen Punkt ganz sicher nicht übersehen haben und ihn noch korrigieren wollen, bevor Sie sich auf den steinigen Weg zur Kanzler-Kandidatin Ihrer Partei machen werden.

 

 

Kommentar verfassen