Kurztrip an den Bosporus

Istanbul ist eine Reise wert!

                                                          Galata-Brücke bei Nacht!
                   Oberhalb: Straßenverkehr und eine Menge Angler, unterhalb: diverse Lokale

Wie bereits im Vorjahr hat auch diesmal der jüngere Teil meiner Familie den Wonnemonat Mai dazu genutzt, gemeinsam mit meiner Frau und mir als Kulturbanausen, zu einem Kurzurlaub in die türkischen Kleinstadt Istanbul, (mit knapp über 15 Millionen Einwohner) zu starten.
Ich kann nur jedem empfehlen, der eigentlich regelmäßig die allseits beliebten türkischen Badeorte mit seiner Anwesenheit beglückt, unbedingt auch einmal ein paar Tage für Istanbul, der Stadt, welche die Nahtstelle  zwischen Europa und Asien bildet, einzuplanen.
Neben den unzähligen Sehenswürdigkeiten wie z.B. der blauen Moschee mit ihren 6 Minaretten, dem Topkapi Palast aus dem 15. Jahrhundert und der Hagia Sophia, einem Museum innerhalb einer byzantinischen Basilika gibt es weitere, zahlreiche Orte, über die man nur staunen kann.
Istanbul, das ehemalige Konstantinopel, ist mit seinen Kulturschätzen jederzeit eine Reise wert.

Als kurz vor unserem Reiseantritt bekannt wurde, dass das Ergebnis der Istanbuler Kommunalwahl von der Partei Erdogans angezweifelt wurde und wiederholt werden sollte, stellte sich ein klein wenig mulmiges Gefühl  in meiner Magengegend ein. Aufgrund der Annullierung des Wahlergebnisses war eventuell in der gesamten Stadt mit Protesten und Krawallen zu rechnen.

Unsere kleine, vierköpfige Gruppe war bereits seit einigen Wochen vor dem Reiseantritt sehr auf das neue Prestigeprojekt des türkischen Präsidenten Erdogan gespannt. Nach dem Bau seines neuen Palastes in Ankara mit 1.150 Zimmern hat er sich nun ein zweites Denkmal in Istanbul gesetzt. In nur fünf Jahren Bauzeit wurde mit Hilfe des entsprechenden Regimedrucks ein supermoderner Flughafen aus dem Boden gestampft, der bereits jetzt bis zu 90 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen kann. Zum Ende der geplanten Fertigstellung im Jahre 2027 soll die Abfertigung von 200 Millionen Personen möglich sein.
Wenn man bedenkt, dass der bisher größte Flughafen der Welt in Atlanta gerade einmal für etwa 101 Millionen Passagiere ausgelegt ist, so erscheint mir die Dimension in Istanbul gewaltig überzogen.

Der Anflug bei wolkenlosem Himmel ließ das riesige Airport-Gelände mit Sicht aus dem Bordfenster nur erahnen. In der Peripherie des bereits genutzten Start- und Landebereichs  wurden noch riesige Erdmassen mit hunderten von LKW bewegt. So weit das Auge reichte, eine einzige Baustelle, ohne Baum und Strauch. Allerdings wünscht man sich als Fluggast auch nicht unbedingt einen Grüngürtel auf dem Rollfeld.
Nach einer erfolgreichen Landung begann die Zeit der langen Wege bis zum richtigen Band der Gepäckabfertigung und zur anschließenden Passkontrolle.

Nach diesen Strapazen konnten wir uns endlich an unserem lang ersehnten Kurzurlaub erfreuen. Ein bereits vorgebuchtes Shuttle brachte uns innerhalb einer knappen Stunde in unser Hotel nach Fatih, sehr zentral gelegen im Ortsteil Sultanahmet. Nur wenige Minuten Fußmarsch trennten uns von den weltbekannten Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Während der Fahrt nach Sultanahmet habe ich bereits mehrfach mein Ende nahen sehen. Die Fahrweise in Istanbul ist um ein vielfaches gigantischer als in der Innenstadt von Paris. Ich selbst fahre seit vielen Jahren problemlos auch im dicksten Verkehr, in Istanbul hätte ich allerdings kaum eine Überlebenschance. Die Türken kommen mit ihrer Fahrweise untereinander prima klar, ich habe während meiner Zeit in Istanbul noch nie einen Unfall sehen müssen. Beispielhaft für die umsichtige und gleichzeitig brutale Fahrweise haben wir mit offenem Mund mitten im dicksten Verkehr der Hauptstraße bewundern können. Ein älterer Mann im Rollstuhl bewegte sich am Mittelstreifen im dichten Verkehrsgewühl. Uns schien es, als wolle er die Straße überqueren, die Autofahrer allerdings keinerlei Rücksicht auf ihn nehmen würden. Empörend, so etwas würde in Deutschland unmöglich sein. Als wir allerdings den Rollstuhlfahrer am nächsten Tag wieder an gleicher Stelle entdeckten konnten wir erkennen, dass er die Straße überhaupt nicht überqueren wollte, sondern in aller Seelenruhe, mitten im fließenden Autoverkehr Wasserflaschen an die Fahrzeugführer verkaufte. Von vorbeifahrender Polizei ließ er sich bei seiner Tätigkeit nicht irritieren. Die beachteten ihn auch überhaupt nicht.

Der erste Istanbul-Abend diente ausschließlich unserer wohlverdienten Entspannung. Nachdem wir unbeschadet an unserem Terrassenvogel vorbei gekommen waren (so von uns betitelt, weil er uns im Vorjahr mit einem Versprechen auf ein Superessen auf seine Super-Dachterrasse gelockt hatte. Tatsächlich waren Essen und Umfeld eine Katastrophe), konnten wir in aller Ruhe durch Sultanahmet bummeln, den günstigen Wechselkurs der Lira nutzen und uns eine geldsparende Istanbulkart beschaffen.
Die Istanbulkart ist die günstigste Möglichkeit um die öffentlichen Verkehrsmittel in Istanbul zu nutzen. Sie ist eine wiederaufladbare Karte mit der man einen Rabatt auf die normalen Preise einer Einzelfahrt oder Anschlussfahrt in der Metro, Straßenbahn, Bussen, S-Bahn und Fähren in Istanbul erhält.
Das Istanbuler Nahverkehrssystem hat mich ausgesprochen beeindruckt. Wenn ich mit einem der benannten Verkehrsmittel fahren möchte, muss ich, um in den Zustiegsbereich zu kommen, durch ein Drehkreuz und meine Karte auf ein Lesegerät legen. Jetzt wird der Fahrpreis von meinem Kartenbestand abgebucht und das Drehkreuz gibt den Weg frei. Hierbei ist es dann völlig egal, ob ich eine- oder zehn Stationen fahre, der Preis ist immer der gleiche. Eine Kontrolle des noch vorhandenen Wertes und ein Aufladen der Karte ist jederzeit an den zahlreich vorhandenen Automaten möglich.
Von diesem System könnte sich unser Heimatland eine gewaltige Scheibe abschneiden.

Genau wie im Vorjahr fiel unser Reisetermin wieder in die Zeit des Ramadans. Es ist schon sehr beeindruckend zu sehen, wie penibel eine Vielzahl der Menschen die Vorgaben des Korans befolgt. In der Nähe der Moscheen lagern komplette Familien in den Grünanlagen oder auf den öffentlichen Plätzen, schwer bepackt mit Decken und Tragetaschen voller Lebensmittel und warten diszipliniert und gelassen darauf, dass bei Einbruch der Dunkelheit von der Moschee das Zeichen zum Fastenbrechen gegeben wird. Man spürt förmlich, dass diesem Zeitpunkt entgegengefiebert wird. Das ist auch kein Wunder, wenn bei diesen recht hohen Temperaturen auch den Werktätigen das Essen, Trinken und Rauchen vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verboten ist. Sobald der Muezzin allabendlich das Fastenbrechen vom Minarett durch seinen nicht zu überhörenden Singsang verkündet, beginnen die Gläubigen blitzartig, ihre Energiespeicher wieder aufzufüllen. Das Mahl im Kreise der Familie oder der Freunde erstreckt sich oft über mehrere Stunden und endet mit der Säuberung des Lagerplatzes.
Wir hatten für unser Abendessen ein nettes, auf Touristen eingestelltes Lokal gefunden, in dem wir auch ein Bier trinken konnten, was ansonsten in unmittelbarer Nähe einer Moschee nicht möglich gewesen wäre.

Für den zweiten Istanbul Tag hatten unsere Kinder einen Besuch in einem  traditionellen Hamam (einem türkischen Badehaus) eingeplant und bereits vorab gebucht, weil nur an einem bestimmten Wochentag ein gemeinsamer Badetag von Mann und Frau möglich war.

Man möchte sagen, dass man noch nie gewaschen gewesen ist, bevor man nicht ein Türkisches Bad genommen.“ So beschrieb es Helmuth von Moltke um 1835 als Militärberater im Osmanischen Reich.

Nachdem wir eine geräumige, kühle Halle betreten hatten, wurden uns Holzlatschen überreicht und zu verschließbaren Umkleidekabinen geführt. Dort konnten wir unsere Kleidung ablegen und erhielten statt dessen für die Damen einen schicken, gestreiften Bikini, der an die Pumphosen aus den Aladin Filmen erinnert und für den Herren ein Badetuch als Lendenschurz. In dieser Ausstattung wurden wir anschließend in einen beheizten Raum geführt, wobei ich mir fast die Füße gebrochen hätte, weil diese nicht für die kleinen Holzlatschen gemacht schienen. In diesem Raum saßen wir auf marmornen Bänken und konnten uns mit heißem Wasser übergießen um unsere Haut auf das Kommende vorzubereiten. Im nächsten Raum wurde uns dann richtig eingeheizt. Jetzt saßen wir über einen längeren Zeitraum in einem Dampfbad mit entsprechender Luftfeuchtigkeit. Nur das ständige Schöpfen von kaltem Wasser und das Übergießen von Kopf und Körper konnte meinem Kreislauf eine Freude bereiten. Ich war heilfroh, dass ich diesen Bereich nach einer endlos scheinenden Zeit auf zittrigen Beinen wieder verlassen konnte.
Nachdem durch die bisherige Behandlung sämtliche Hautporen weit geöffnet sind, beginnt die intensive, paarweise Ganzkörperwaschung. Hierzu darf man sich ausnahmsweise lang ausgestreckt zuerst auf den Bauch und dann auf den Rücken legen. Jeder Gast hat einen eigenen Bademeister, der den Körper mit wohlriechenden Seifen bearbeitet. Bis auf den Schambereich wird jedes Körperteil vom kleinen Zeh bis zur Fingerkuppe ausgiebig mit einem rauen Handschuh geschrubbt, der zwischendurch immer wieder unter fließendem Wasser gereinigt wird. Man bekommt unweigerlich das Gefühl, erstmals richtig gewaschen zu sein.
Eine dieser Prozedur folgenden kräftigen Massage rundete die gesamte Aktion ab. Im Anschluss daran bekommt man noch die Gelegenheit, wohlverpackt in frischen Tüchern der Entspannung zu frönen.
Wir haben diesen Ausklang nicht mehr genießen wollen, sondern waren  heilfroh, diese für uns ungewohnte Prozedur unbeschadet überstanden zu haben.
Für heute hatten wir unsere Körper ausreichend verwöhnt und konnten ihnen weitere Fußmärsche durch Istanbuls Altstadt zumuten. Auf unserer Shopping-Tour, ausgehend vom Topkapi Palast, über die wichtigste Einkaufsmeile der Stadt (der Istiklal Caddesi), vorbei an diversen prunkvollen Auslandsvertretungen, bis zum Taksim Platz, wurden wir immer wieder von großen Horden kleiner Menschen fast überrannt. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend sind diese japanischen Bildreporter mit ihren Handys auf der Lauer, ein Selfie mit irgendeiner Büste, oder einem weiteren unscheinbaren Objekt zu schießen. In dieser Situation verlieren die sonst sehr höflich auftretenden Asiaten jegliche Hemmung. Sie geben alles für einen guten Schnappschuss.

Wie bereits eingangs angedeutet, bin ich davon ausgegangen, dass es in Istanbul eventuell zu Protestaktionen aufgrund des von Erdogan annullierten Wahlergebnisses kommen könnte. Diese Befürchtung hat sich gottlob nicht bestätigt. Selbst an dem, für solche Aktionen bekannten Taksim Platz, verlief alles ruhig und gesittet. So wie in der gesamten Stadt standen zwar an den neuralgischen Punkten gepanzerte Polizeifahrzeuge einsatzbereit in Sichtweite, die Polizei selbst blieb jedoch unsichtbar.
Erschöpft aber zufrieden konnten wir den zweiten Tag bei einem leckeren Essen, ganz ohne Alkohol, ausklingen lassen.

Im gesamten Straßenbereich von Sultanahmet und rund um den Gülhane Park trifft man immer wieder auf auf schlafende oder streunende Mischlingshunde, die mit einer farblich unterschiedlichen Marke im Ohr gekennzeichnet sind. Diese Markierung zeigt an, dass die Tiere kastriert und geimpft sind und von Privatleuten gefüttert werden. Sämtliche Hunde sind ausgesprochen friedlich und werden auch im dicksten Straßenverkehr von den Autofahrern rücksichtsvoll behandelt. Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass zumindest Istanbul ein Paradies für Hundestreuner sei. Von diversen Tierschützern ist allerdings festgestellt worden, dass besitzerlose Exemplare zu hunderttausenden eingefangen und in einsamen, unbewohnten Regionen ausgesetzt werden um dort elendig zu verrecken. Ziel der Regierung sei auch, die gekennzeichneten Tiere ebenfalls dem Tode zu weihen.
Anders ergeht es den vielen tausend Straßenkatzen von Istanbul. Die dürfen die Partnerschaft mit den Menschen genießen, werden geliebt und bei jeder Gelegenheit gefüttert. Ich habe die Vertrautheit bei einem Restaurantbesuch selbst erlebt, als ich meine Mütze neben meinem Stuhl abgelegt habe, machte es sich ein Kätzchen innerhalb kurzer Zeit in meiner Kappe gemütlich. Jedes Essen im Freien wird in der Regel von mehreren Katzen belauert in der Hoffnung, einen Happen zu erhaschen.

Der dritte Tag war für einen Abstecher in den asiatischen Teil von Istanbul  vorgesehen. Vom Sirkeci Bahnhof ging es unterhalb des Bosporus durch den Marmaray-Eisenbahntunnel vom europäischen in den asiatischen Teil Istanbuls, nach Kadiköy. Unser Besuch im asiatischen Stadtteil brachte uns die Erkenntnis, dass es im Vergleich zum europäischen Teil keinerlei Unterschiede im Straßenbild gab. Der Übergang von Europa nach Asien verläuft vollkommen fließend. Nach dieser Erkenntnis entschlossen wir uns wieder zur Rückkehr nach Europa.
Eine wilde Taxifahrt durch die verstopften Straßen Istabuls brachte uns schließlich noch an die wunderschöne Aussichts-Plattform „Pierre Loti.“ Diese, mit einer Seilbahn erreichbaren Plattform, ermöglicht einen fantastischen Blick über das Goldene Horn. Pierre Loti ist ein beliebtes Ausflugsziel für türkische Familien und neugierige Touristen aller Nationen.

Unser Türkei-Kurztrip neigte sich bereits langsam aber unaufhaltsam dem Ende entgegen. Wir hatten nur noch einen kompletten Tag zur Verfügung, den wir aber auf jeden Fall noch ausgiebig nutzen wollten. Bereits im Vorjahr hatten wir den Vorsatz, uns zu den Prinzeninseln im Marmarameer bringen zu lassen und uns dort einmal umzusehen. Das hat damals leider zeitlich nicht geklappt
Das sollte uns diesmal nicht wieder passieren. Deshalb machten wir uns unmittelbar nach dem Frühstück (was in unserem Hotel wirklich vorzüglich war) auf den Weg zu den Schiffs Anlegestellen von Eminönü, um dort die Fähre zu den Prinzeninseln nicht zu verpassen.
Für diese neunzigminütige Fahrt mit mehreren Zwischenstationen hatten wir pro Person umgerechnet unglaubliche 80 Cent über unsere Istanbulkart zu zahlen. Das sind Nahverkehrspreise, von denen wir in Deutschland nur träumen können
Wir hatten uns für unseren Ausflug die größte der neun Prinzeninseln auserkoren. Es ging auf direktem Weg zum autofreien Eiland Büyükada. Auf der gut besetzten Fähre, die unterwegs einige kleineren Inseln angesteuert hatte, war ein bunt gemischtes Publikum anzutreffen. Neben den Einheimischen und den immer und überall anzutreffenden Japanern, wurden wir noch von einer überaus lustigen Gruppe Iranerinnen begleitet.
So fuhren wir an diesem Tag, bei herrlichem Wetter, gemeinsam mit weiteren, gut gelaunten Passagieren, auf die Insel der Prinzen.
In unmittelbarer Nähe des Anlegesteges bekam man die Möglichkeit, eine bunt bemalte Pferdekutsche für die Erkundung der Insel  auf festgelegten Wegen zu mieten. Wer seine Sportlichkeit unter Beweis stellen wollte, der bekam an gleicher Stelle ein Fahrrad zur Inselrundfahrt angeboten. Wir entschieden uns dafür, auf beides zu verzichten, um ganz einfach unsere Geherquallitäten auszuspielen. Zu dem Zeitpunkt war uns nicht bekannt, dass es auf dem Inselrundgang erst einmal ständig aufwärts ging. Die an uns vorbei galoppierenden Kutscherpferde keuchten vor Anstrengung und die begeisterten Radfahrer schoben zumeist mit verkniffenem Gesicht ihre Vehikel. Wir hingegen konnten uns in aller Ruhe die ehemals herrlichen und zum Großteil hochherrschaftlichen Anwesen zu beiden Seiten der Straßen, mit fantastischem Blick auf das Meer, anschauen. Diese herrlichen Gebäude waren nur vereinzelt bewohnt, andere wurden gerade vollkommen renoviert und für den Sommer hergerichtet. Allerdings ist zu bedenken, dass der Anreiz auf einer autofreien Insel zu wohnen, sicherlich nur für Urlauber wünschenswert sein wird.
Bei den heißen Temperaturen endete unser Entdeckungsdrang erst einmal im Garten einer urigen Kneipe. Von den Passagieren der vorbei donnernden Pferdekutschen wurden wir wegen unserer gemütlichen Rast und vor allem wegen unserer frischen Drinks ganz offensichtlich beneidet. Für die Passagiere gab es bis zum Zielort keinen Halt.
Nach einer ausgiebigen Erholung betrachteten wir die Insel als erobert. Ein weiterer Anstieg erschien uns nicht gesundheitsfördernd zu sein. Also verbrachten wir die restliche Zeit bis zur Rückfahrt in der Nähe der Anlegestelle bei einer kräftigen Portion Eis.
Auf der Rückfahrt trafen wir auf der Fähre fast alle Personen wieder, die auch bereits am Vormittag an Bord gewesen waren. Die Iranerinnen begannen gleich wieder mit ihrem Gesang, was eine Gruppe Musiker aus dem Unterdeck veranlasste, Die Damen mit ihren Instrumenten zu begleiten. Daraus entwickelte sich eine recht lustige Überfahrt.

Unseren letzten Istanbul-Abend verbrachten wir in gewohnter Umgebung im Sultanahmet-Viertel bei einem guten Essen mit Bier und Wein, trotz Ramadan.

Zusammenfassend kann ich über meinen zweiten Besuch in Istanbul sagen, dass ich von einigen Dingen ausgesprochen überrascht wurde.

Am meisten hat mich das Nahverkehrssystem in dieser Stadt, mit seinen Bussen, Bahnen und Fähren beeindruckt. Die Stationen und Untergrundbereiche sind sauber und ordentlich, beim Ein- und Aussteigen geht es gesittet und geordnet zu. Kein Mensch drängt und schubst. Man hat auch keinen Grund zu drängen, wenn du eine Bahn verpasst hast, kommt unmittelbar danach die Nächste. Das Tollste ist jedoch der bereits geschilderte Ablauf mit der Istanbulkart.
Die Istanbuler Einwohner sind viel tierlieber als man von Südländern im Allgemeinen erwartet. Hunde und Katzen werden regelmäßig von den Einwohnern gefüttert und auch sonst gut behandelt, so lange es die Verwaltung zulässt.
Die Menschen sind in der Regel gegenüber Fremden sehr freundlich, aufgeschlossen und tolerant. Es ist nur schade, dass man normalerweise die türkische Sprache nicht so weit beherrscht, als dass man sich mit den Einwohnern unterhalten könnte. Eine Fremdsprache wird zumeist außerhalb der Touristengebiete nicht gesprochen.
Als Besucher sollte man sich jedoch unbedingt vor einem Besuch über die Sitten und Bräuche der Muslime informieren und sie auch beachten. Insbesondere während der Zeit des Ramadans könnten die Gläubigen eine Nichtbeachtung sehr übel nehmen.

Ich bin nicht gerade als Verehrer des türkischen Staatoberhauptes und seines Regimes bekannt. https://www.der-oldy-blogger.de/atatuerks-erbe/ aber eines hat mir der Istanbul Besuch gezeigt:
Die heutige Türkei mit ihrem größenwahnsinnigen Despoten an der Spitze, hat neben ihren weltberühmten Sehenswürdigkeiten einige andere Dinge, an denen wir uns ein Beispiel nehmen könnten.  Gewinnen Sie einen eigenen Eindruck von einem Land zwischen Orient und Oxident.
Sich ein eigenes Bild zu machen ist immer sinnvoller, als professionellen Berichterstattern blind zu vertrauen und deren Meinung kritiklos zu übernehmen.

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen