Götterdämmerung

Hochmut kommt vor dem Fall!

So frühzeitig wie bei dieser Weltmeisterschaft musste bisher noch kein deutsches Fußballteam die Segel streichen.  Mexiko und die südkoreanischen Fußballzwerge haben unserer hochgelobten Mannschaft  das Genick gebrochen.

Unser Fußball liegt am Boden

Woran hat es gelegen, dass wir so sang- und klanglos in Russland als Gruppenletzter gescheitert sind und uns eigentlich bis auf die Knochen blamiert haben?

Natürlich haben sich die anderen Mannschaften innerhalb der letzten vier Jahre fußballerisch verbessert. Warum war das nicht auch bei uns so? Sind wir bereits so gut, dass wir uns nicht mehr verbessern können oder glauben wir es nur?
Die letzten Testspiele und die Ergebnisse der drei Gruppenspiele haben eindeutig gezeigt, dass wir hier gewaltig auf dem Holzweg sind.

Unsere Millionärstruppe hat uns einen ganz besonderen Schlafwagen Fußball vorgeführt, der bei dieser WM keinerlei Emotionen hervorrufen konnte. Bei den zahlreichen Fans unserer Mannschaft war bereits vor Beginn der WM eindeutig zu spüren, dass niemand so richtig an eine Titelverteidigung glauben konnte. Es war eine völlig andere Erwartungshaltung, als bei allen vorausgegangenen Turnieren zu spüren.

Als mitfiebernder Zuschauer hatte man bei allen Test- und Gruppenspielen den Eindruck, niemand der Spieler wollte seine hochbezahlten Beinchen der Gefahr aussetzen, eventuell beschädigt zu werden. Jeder war darauf bedacht, nur keinen Fehlpass zu schlagen, lieber immer wieder quer und zurück, nur nicht das kleinste Risiko eingehen. Man hatte den Eindruck, dass der Sieger nicht durch erzielte Tore ermittelt wird, sondern durch den höchsten Anteil an Ballbesitz. Zeitweise sah es so aus, als hätten wir  anstelle einer Fußballmannschaft ein Fernsehballett auf dem Rasen.
Ein direkter Zug zum Tor, mit dem Ziel, eventuell versehentlich einen Treffer zu erzielen, war in keiner Phase erkennbar.
Anstatt mit stolz geschwellter Brust als amtierender Weltmeister den Fußballplatz zu betreten, sah man nur eine verunsicherte, ängstliche Körpersprache. Fast hätten wir ohne einen einzigen Sieg das Turnier in Russland beenden müssen, wenn nicht der Schiedsrichter glücklicherweise die Spielzeit gegen Schweden um 5 Minuten verlängert hätte.

Das war wirklich kein Ruhmesblatt für eine deutsche Nationalmannschaft.

Was läuft bei uns falsch?
Oliver Bierhoff und ein Teil der Medien scheinen den Schuldigen für das blamable Ausscheiden der deutschen Mannschaft gefunden zu haben.
Ein Foto, gemeinsam mit Präsident Erdogan, Mesut Özil und Ilkay Gündogan soll die gesamte Mannschaft völlig aus dem Tritt gebracht haben.
Das ist ein armseliger Versuch ein Bauernopfer für diese Pleite zu finden.
Noch kurz vor dem WM Auftakt hat Bierhoff die Medien in scharfem Ton dazu aufgefordert, endlich das Gerede um die beiden Fußballprofis zu beenden. Die Angelegenheit sei ausgeräumt und vergessen. Nachdem nun das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird das Thema wieder von der gleichen Person in den Vordergrund gestellt.
Jetzt vermisse ich das immer wieder propagierte Motto:
Wir sind die Mannschaft, wir gewinnen oder verlieren nur gemeinsam!

Dieser Vorgang kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es bei dieser WM überhaupt keine deutsche Mannschaft gegeben hat. In keinem Mannschaftsteil hat es während der für uns zu kurzen WM gestimmt. In sämtlichen Spielen war für den Zuschauer keinerlei Plan erkennbar, auf welche Weise siegreich aus der Partie hervor gegangen werden könnte. Im Vergleich zu vielen anderen Mannschaften fehlte es permanent an Spielwitz, Laufbereitschaft, Aggressivität und Zielstrebigkeit.
Anhand der Körpersprache war klar erkennbar, hier spielte niemand für sein Land, ausschließlich für seine eigene Profilierung. Im Gegensatz zu vielen anderen Nationen war bei unseren Spielern kein Anzeichen von Nationalstolz zu erkennen.

Hinzu kommt noch, dass es bei diesem Turnier für die geplagten Kicker nicht viel zu verdienen gab. Was sind schon läppische 350.000 Euro für einen Weltmeistertitel? „Warum soll ich für diese lächerliche Summe meine Knochen in sieben Spielen hinhalten und mir über jeweils 90 Minuten die Lunge aus dem Hals hetzen?
Das erste Gebot lautet für mich, nur keine Verletzung einfangen.
Schließlich habe ich meine Gesundheit meinem Vertragsverein und meinem Werbepartner abgetreten, die mich beide fürstlich dafür entlohnen.“

Wer will sich darüber wundern, dass die Spieler, wie vorgeworfen, den Kontakt zur Basis und damit zu den Fans verlieren würden.

Wenn ein labiler 25 jähriger Bundesligaspieler monatlich 800.000€ , oder noch erheblich mehr bekommt (nicht verdient), wogegen ein Normalverdiener für diese Summe etwa 13 Jahre tätig sein muß, dann läuft nach meiner Meinung etwas in unserer Gesellschaft falsch.
Jeder schreit bei Manager-Gehältern nach einer Deckelung der Bezüge, bei Fußballern gibt es nachweislich keine Grenzen.
Dieses leidige Thema betrifft auch nicht nur den deutschen Fußball, trägt aber sicherlich in nicht unerheblichem Maße zu der Abgehobenheit einiger Spieler bei.

Wir haben viele Jahre tolle Fußballfeste feiern dürfen, auch wenn wir nicht Welt- oder Europameister geworden sind.  Deshalb sollten wir diesen WM-Auftritt schnellstens abhaken und nicht nachträglich auf einer Person herumhacken und nach Schuldzuweisungen suchen.

Für den von der DFB Spitze geplanten Neuanfang gilt der Hinweis:

Der Fisch stinkt in der Regel vom Kopf her

 

 

 

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