Julia und der böse Wolf

Lieber Tier- und Menschenfreund,

ich als gesunder und bissfreudiger Wolf war vor einigen Monaten hoch beglückt  festzustellen, mit welch großer Freude ihr Menschen meine vorsichtige Annäherung an eure Heimat zur Kenntnis genommen habt. Eure Reaktion hat mich schon einigermaßen erstaunt gemacht, wo ihr doch einst meine Vorfahren mit Stumpf und Stiel ausgerottet habt. Aufgrund dieser Tatsache hatte ich natürlich nicht mit einer derart vielversprechenden Integrationschance gerechnet. Selbstverständlich habe ich diese Chance genutzt, meine Familie nachgeholt und die frohe Kunde unter meinen Artgenossen verbreitet.

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Ein tierisches Geschäft

Zwiegespräch mit Pferd, Hund, Katze, Goldfisch und anderen!

Zu Beginn der Woche fand ich in meinem Briefkasten einen professionell aufgemachten, mehrseitigen Flyer.
Da ich von Natur aus sehr neugierig bin und der Flyer von einer in meiner unmittelbaren Nähe wohnenden Nachbarin stammte, habe ich mir die Sache einmal näher betrachtet.

Mein Erstaunen war riesig, als sich die besagte Person mit Hilfe des Flyers als Tierkommunikatorin und als Schamanische Beraterin outete. Ihr Ziel sei es, ihren Mitmenschen das Verständnis für ihre Haustiere und das richtige Verhalten zwischen Mensch und Tier näher zu bringen.
Sie behauptet doch tatsächlich, aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten mit meinen Haustieren ein Gespräch führen zu können, wenn ich ihr dafür den Auftrag geben würde.
Auch wenn ein Tier bereits verstorben ist, stellt dieser Umstand  kein Hindernis für eine gelungene Konversation dar.

Schau mir in die Augen Kleine!

Es war zwar schon seit langem mein innigster Wunsch zu erfahren, was mein Hund von mir hält und was ich noch Gutes für meinen Goldfisch tun könnte.
Jetzt habe ich endlich die Chance, mir meinen Wunsch zu erfüllen.
Aber andererseits laufe ich Gefahr, dass mein Hund mich gegenüber einer fremden Person auf das übelste beschimpfen könnte und mein Goldfisch sich als Rassenhasser entpuppt, der künftig nicht mehr gemeinsam mit dunkelhäutigen Schwertträgern in einem Aquarium schwimmen möchte.

In einem solchen Fall kann ich nur hoffen, dass meine als Dolmetscherin fungierende Tierkommunikatorin mich dann auch wirklich mit der ungeschminkten Wahrheit konfrontiert.
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Die roten Muschis

 

Wahre Verhandlungskünstler!

Beendigung der Sondierungs-Gespräche

Als Verehrer des Kölner und des Mainzer Karnevals darf ich hiermit feststellen, dass sich derzeit, knapp einen Monat vor dem Höhepunkt des jährlichen Karnevaltreibens, eine neue närrische Truppe etabliert, die alle übrigen Vereine weit in den Schatten stellt.
Unter dem Namen „die roten Muschis“ gegründet, strapazieren sie derzeit unser aller Nerven.

Ausgehend von der Überzeugung der deutsche Messias zu sein, träumte der jetzige Karnevals-Präsident Martin noch vor drei Monaten davon, sehr bald die Berliner Hexe von ihrem Thron stoßen zu können, um dann zum gerechten Wohltäter des Landes zu werden. Diese Vorstellung zerplatzte allerdings sehr bald wie eine übergroße Seifenblase.
Ganze mickrige 20% Zustimmung bescherte das unbelehrbare Wählervolk ihm und den Ideen seiner Mitstreiter.  Tief gedemütigt und beleidigt zog er sich daraufhin in Begleitung seiner getreuen Mannen in den Untergrund zurück, um allen zum Trotz, einen etwas anders gearteten Sieg zu feiern. Er hatte es tatsächlich geschafft, seine Truppe mit  dem Titel der Oppositionsführerschaft zu küren.  Aus dieser Position war der politische Feind am effektivsten zu ärgern und man war jede eigene Verantwortung los. Ein kleiner Trost nach der erlittenen Schmach! „Die roten Muschis“ weiterlesen

Ein stolzer Tag?

 

 

Ehe für Alle !

Der 30.6.2017 wird für viele Menschen als einer der glücklichsten Tage ihres Lebens in die Geschichte eingehen. Endlich haben sich bisher nur zusammen geschriebene Lesben und Schwule von dem diskriminierenden Begriff „verpartnert“ befreien können und dürfen sich nun offiziell als „verheiratet“ bezeichnen, um eine gleichgeschlechtliche Gemeinschaft, evtl. auch mit fremden- oder Partnerkindern, zu konstruieren.

Der neue Slogan „Ehe für Alle“ klingt in meinen Ohren wie „Freibier für Alle“.  Zugreifen und schnell trinken, bevor es schal wird.
Dieser Spruch wertet eine gleichgeschlechtliche Verbindung keinesfalls auf, verursacht aber bei bisher „normalen“ Familien sicherlich einen faden Beigeschmack. „Ein stolzer Tag?“ weiterlesen

Wahlkrampf

Preisverleihung am 11. September

Alle fünf Jahre werden in Niedersachsen die Ratsfrauen und Ratsherren in den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden sowie die Kreistagsabgeordneten und die Regionsabgeordneten für die rund 2.200 kommunalen Vertretungen gewählt. So auch in meiner Heimatgemeinde Hude.
Im Gegensatz zu den Gemeinden, die in der Mehrzahl über fehlende Finanzen jammern, scheinen die einzelnen Parteien über Geld im Überfluß zu verfügen.
Das zeigt sich deutlich an der riesigen Menge von Wahlplakaten, von denen man optisch seit Wochen regelrecht erschlagen wird.

Am meisten wird man von der positiven Wirkung eines Wahlplakates beeindruckt, wenn man versucht, die Werbung von der
Seltsamen Pappnasen Delegation in sich aufzunehmen.
2016-08-26 09.39.09Als vorbeifahrenderAutofahrer gewinnt man erst einmal den Eindruck, dass es sich hier um ein Werbeplakat für eine Pizza Margherita handelt, viel rote Soße, mit einem Rand von Salami-Scheibchen.
Dass es sich tatsächlich um die kreisförmig dargestellten Portraits von zwanzig Bewerberkandidaten handelt, ist während der Fahrt sicherlich nicht erkennbar.

Wer als Fußgänger versucht, auf dem Plakat seinen Gemeinderats-Favoriten zu finden, wird seine Halswirbel der größten Gefahr aussetzen müssen. Nicht nur, dass ein Großteil der Kandidaten bereits vor der Wahl kopfsteht, auch ihre Namen können nur kopfüber gelesen werden. Die Genossen setzen bei den Einwohnern eine artistische Grundausbildung voraus. Die Aussage, warum der Bürger sich für die SPD entscheiden soll, ist sicher auf der Rückseite des Plakates zu finden.

Ich setze einmal voraus, dass die angesprochene Partei nicht unter einem derartigem Sparzwang leidet, 20 Kandidaten auf einem völlig blödsinnigen Plakat unterbringen zu müssen.
Sicherlich stammt die glorreiche Idee aus dem Kreis derer, die sich im Jahr 2011 auch für die -Kleine Tunnel Lösung in Hude- ausgesprochen haben.

Weiterhin Glück auf!