Geliebte Justizia

Im Oktober diesen Jahres flatterte mir überraschend ein Brief ins Haus, der mein Herz gleich höher schlagen ließ. Ein amtliches Schreiben vom Amtsgericht Osnabrück!
Was ist denn das, habe ich etwa ein Knöllchen verpasst gekriegt, oder etwas anderes ausgefressen? Bewußt war mir jedenfalls nichts.
justizia statue at the roemer in frankfurt germanyMit einem etwas mulmigen Gefühl riß ich den Umschlag auf, worauf man beim Lesen des Schreibens einen Stein von meinem Herzen fallen hören konnte. Kein Knöllchen, keine Anklage, sondern lediglich eine Vorladung zu einer Zeugenaussage in einer Güteverhandlung.
Ich war im Jahre 2014 aushilfsweise für eine Osnabrücker Firma in Bremen tätig und sollte zu einem Vorgang aus dieser Zeit eine Aussage machen.

Einigermaßen verwundert war ich allerdings über den anberaumten Termin, nämlich zwei Tage vor Heiligabend und genau an meinem 48. Hochzeitstag. Bisher hatte ich nie geglaubt, dass Beamte noch zwei Tage vor Weihnachten an ihrem Arbeitsplatz anzutreffen sein würden und mir auch noch meinen Hochzeitstag kaputt machen wollten.

Aber was soll man machen.
Als gehorsamer Bürger habe ich mir den Anhang der Ladung angesehen und feststellen müssen, dass ich bei Nichterscheinen mit erheblichen Kosten und zu einem Ordnungsgeld in Höhe von 1.000 Euro belegt werden kann. In Anbetracht dieser vorsorglichen Drohungen werde ich meine s.g. Bürgerpflicht wohl ordnungsgemäß erfüllen.

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Tanz der Giganten

Völlig unerwartet scheint sich die Ära einer großen Boxlegende dem Ende zuzuneigen.

Glücklich ist anders!
Glücklich ist anders!

Wer hätte am vergangenen Samstag geglaubt, dass unser aller Idol, Wladimir Klitschko, in Deutschland seinen Weltmeister Titel von vier Boxverbänden, an einen hierzulande fast unbekannten Boxer verlieren würde? Mir war der Name Fury lediglich im Zusammenhang mit einem liebenswerten Pferd aus einer uralten Fernsehsendung (1960) bekannt, nicht aber aus der Boxerszene.

Wladimir, der Gigant der Schwergewichts-Klasse hat über viele Jahre hinweg, seine Gegner in Angst und Schrecken versetzt. Allein seine imposante Erscheinung und seine enorme Schlagkraft haben seinen Gegnern bisher das Fürchten gelehrt.
In seinem vorerst letzter Kampf gegen den 2.06 m großen Riesen Tyson Fury, war Wladimir nicht wiederzuerkennen. Bereits bei der Vorstellung der Boxer machte er auf mich, im Gegensatz zu seinem Gegner, einen äußerst ängstlichen Eindruck. Von seiner sonst strahlenden Selbstsicherheit war erstmals nichts zu erkennen. Sein Gegner dagegen machte den Eindruck, als wenn er zu einem lustigen Sparring schreiten wollte.
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Berufsboxen

Unsere Hoffnung
Unsere Hoffnung

Der Berufsboxsport hat mich bereits seit vielen Jahren in seinen Bann gezogen.
Nicht dass ich selbst dieser Sportart frönen würde, aber von einem guten Faustkampf bin ich immer wieder fasziniert.
Angefangen hat das alles bereits 1964, zu der aktiven Zeit von Muhammad Ali (Cassius Clay). Damals sassen mein Vater und ich noch unausgeschlafen, morgens um 4 Uhr vor dem Fernseher und verfolgten jeden Clay Kampf, der aus den USA übertragen wurde. Wir waren jedes Mal begeistert und warteten bereits  nach erfolgtem Kampf wieder auf das nächste Großereignis. Bereits zur damaligen Zeit gab es ab und zu Entscheidungen der Punktrichter, die in Zweifel zu ziehen waren. Der Boxer, von dessen Kämpfen man sich das bessere Geschäft versprach, hatte die beste Aussicht, zum Sieger erklärt zu werden.

Bis zum heutigen Tag hat auch unser Heimatland einige Boxer hervorgebracht, die es innerhalb Europas und der Welt zu beachtlichen Erfolgen gebracht haben.

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Kleiner Irrtum

Gestern noch himmelhoch jauchzend, heute zu Tode betrübt!

Es ist das eingetroffen, wovor ich schon immer einen Riesenrespekt hatte und weder mir noch jemand anderem gewünscht hätte.
Genau 14 Tage nach meiner Untersuchung beim Dermatologen mit sehr positiver Aussage des Arztes zu meiner Muttermal-Veränderung, wurde ich wieder zur Besprechung des Labor Ergebnisses einbestellt.

Tut mir leid!
Tut mir leid!

„Zum ersten Mal während meiner langjährigen Berufstätigkeit muß ich meine Diagnose vollständig revidieren.“
Bei dieser Gesprächseröffnung durch meinen Arzt wurde mir sofort Angst und bange.
„Leider hat sich bei der Auswertung des eingeschickten Materials ergeben, dass sich ein bösartiges Melanom in Ihrem Körper eingenistet hat. Jetzt heisst es alles zu unternehmen, diesem Übel entgegen zu wirken.
Zunächst werden wir Sie in drei Tagen ein zweites Mal operieren, um das gesamte, schadhafte Gewebe zu entfernen. Anschließend werden wir Ihren Rumpf röntgen und Ihre Lymphknoten untersuchen lassen.
Es tut mir leid, dass sich meine erste Diagnose nicht bewahrheitet hat!“

Bei seinen Ausführungen hatte ich das Gefühl, er sprach überhaupt nicht über mich, sondern über irgend eine theoretische Sache. Während seiner Rede schossen mir die skurrilsten Gedanken durch den Kopf. Die zweite Operation wird so sein, als wenn man einer Kartoffel die Augen aussticht.
Erst als ich eine schriftliche Einverständnis Erklärung abgeben musste, künftig in einem zentralen Tumorregister geführt zu werden, begriff ich den Ernst der Lage

Ich ahne ganz einfach, dass jetzt für mich eine kritische Zeit beginnt, über die ich ab sofort regelmäßig berichten werde.

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Fachärzte II

Es ist vollbracht!

Am vergangenen Wochenende plagten mich zugegebenermaßen tausend Ängste und Zerrbilder von allen möglichen und unmöglichen Krankheiten.
Hautkrebs ist ein Wort, das niemand gerne hört und von dem keiner betroffen sein möchte.
Nach der Freitag-Prognose von meinem Hautarzt und dem anschließenden Verhalten, hatte ich eigentlich das Schlimmste zu befürchten, nachdem sich mein Leberfleck so gravierend im Erscheinungsbild verändert hatte.
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